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Wir haben uns bewusst für die Stadt Wurzen im Herzen Sachsens als Standort entschieden und zeigen hier ein interessantes Kurzportrait.




Wurzen ist eine reizvolle Kleinstadt in der Nähe von Leipzig direkt an der Mulde gelegen. Im Stadtgebiet fand man bei Grabungen Rückstände von über 6000 Jahre alten Siedlungen, was für die Geschichte des Freistaates Sachsen von großer Bedeutung ist. Die erste urkundliche Erwähnung von Wurzen kann man auf 961 datieren. Wurzen feiert damit 2011 sein 1050 jähriges Jubiläum.

Durch seine Zugehörigkeit zum Bistum Meissen und seinem Dombau erlangte Wurzen eine überregionale Bedeutung. Die Stadt liegt an der ältesten Fernbahnlinien Deutschlands zwischen Leipzig und Dresden. Hier wurde um 1838 die erste Eisenbahnbrücke Deutschlands errichtet, was für die industrielle Entwicklung ein entscheidender Schritt war. Geprägt wird das Stadtbild schon von weiter Ferne durch zahlreiche historisch wertvolle Bauwerke, insbesondere die Stiftskirche St. Marien (ca. 1114), die Stadtkirche St. Wenceslai (16.Jahrhundert), das Schloss Wurzen (um 1497) und die ehemalige kursächsische Posthalterei mit einem prächtigen Wappen am noch erhaltenen Portal.

Aus Richtung Leipzig kommend empfangen zwei große Mühlentürme der ehemaligen Kritsch Biscuitwerke (1917) die wurzener Gäste und zeugen von einer weltbekannten Teigwaren-, Keks-, und Waffelproduktion. Sehr sehenswert ist der noch erhaltene Telegraphenturm auf dem ehemaligen kaiserlichen Postamt (ca. 1890/91), das Mahnmal für Opfer des 1. Weltkrieges (ca.1930) und der Bismarkturm (um 1911). Der ehemalige Nordbahnhof der geplanten Verlängerung der Muldentalbahn (ca.1875) wird heute als Amtsgericht genutzt.

Zu erwähnen sind herausragende Persönlichkeiten, welche der Stadt Wurzen in der ganzen Welt zu weiterer Bekanntheit verhalfen. Paul Röber (lutherischer Theologe), Magnus Goffried Lichtwer (Dichter), Georg Ludwig Christoph Schütz ( Gründer der weltbekannten Wurzener Teppich- und Velour-Fabriken), Theodor Uhlig ( Musiker), Hermann Ilgen (Apotheker und Erfinder des Rattengiftes „Mäusetod“), Max Baumbach ( Bildhauer) und Gerhard Bosse (Gewandhauskonzertmeister zu Leipzig).

Der berühmteste Sohn der Stadt Wurzen, Joachim Ringelnatz, ist noch heute durch sein Geburtshaus mit der Stadt Wurzen verbunden. Im August 1883 erblickte hier Hans Gustav Bötticher das Licht der Welt und wurde zu einem der bedeutensten deutschen Schriftsteller, Kabarettisten und Maler.
Zu weltbekannter Anerkennung schaffte es Max Schiemann mit seiner „Gesellschaft für gleislose Bahnen Max Schiemann Co“ die er zusammen mit Fritz Momber um 1901 in Wurzen gründete. Hier konstruierte und baute man gleislose Oberleitungs-Elektrofahrzeuge für den Personen und Gütertransport. In Wurzen fuhr eine Gütertransportbahn Schiemanns bis 1929, was durch einen erst kürzlich wieder gefundenen Film eindrucksvoll dokumentiert wird.

Für die Interessenten automobiler Kulturgeschichte bietet das Stadtmuseum Wurzen einen einmaligen Schatz. Es beherbergt den wohl einzig erhalten Kraftwagen mit dem Namen POLYMOBIL Nr.3, welcher zwischen 1904-1909 durch die Polyphonwerke in Leipzig Wahren gebaut wurde (1909 unter dem Namen DUX). Richard Funke, Direktor der Wolf von Arnimschen Tonwerke Zeititz /Altenbach schenkte den hier vorgestellten 4Sitzer ( 2Erwachsene und 2Kinder ) in 1936 dem Museum Wurzen. Seither wurde das Fahrzeug wenig gefahren. Lediglich zu ganz besonderen Anlässen trat der Wagen mal in Erscheinung. So wurde er in den 90ern auf der Automobilausstellung Leipzig gezeigt.Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden Fahrzeuge auf individuellen Kundenwunsch gebaut. Obwohl der Wagen schon oft aufgearbeitet wurde, befindet er sich in einem schönen Originalzustand und ist durchaus fahrbereit.



Partnerstädte sind Barsinghausen in Niedersachsen, Warstein in Nordrhein-Westfalen und Tamási in Ungarn.

(Bildquellen: historisches Foto Schiemannbahn, Museum Wurzen, übrige Bilder Auto-im-Vergleich.de)