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Richtgeschwindigkeit und der Raserwahnsinn

Wenn man den Behauptungen glauben darf, fahren einige Herren der Schöpfung Ihr Fahrzeug bis es „abregelt“. Wir wollen den Mythos „Richtgeschwindigkeit“ unter die Lupe nehmen und fördern Interessantes zu Tage.

     

Ähnlich wie beim Angeln übertreffen sich die Berichte über die eigenen Untaten bei der Geschwindigkeitsausreizung  und der Gesprächspartner hat große Mühe Wahrheit von Dichtung zu unterscheiden. Sicher, hin und wieder kommt da mal ein UFO über die Autobahn geflogen. Einige Zeitgenossen durchbrechen jedoch die Schallmauer und sind am Ende so schnell, daß man Sie gar nicht auf der Autobahn gesehen hat.
„Die Autobahn ist doch Geschwindigkeitsoffen, da brauch ich nicht aufs Tempo kucken.“ Behaupten einige Autofahrer und drücken wie selbstverständlich den Fahrfußhebel bis zum Anschlag durch.


Die Richtgeschwindigkeit wird bei Straßen ohne Tempolimit verwendet, bei dernen eine Überschreitung auch bei günstigen Verkehrs- , Straßen- , Wetter und Sichtverhältnissen nicht empfohlen wird. Überschreitet man die Richtgeschwindigkeit, begeht man weder eine Ordnungswiedrigkeit, noch begeht man eine Straftat. Allerdings sehen die Gerichte hier eine „erhöhte Betriebsgefahr „ und werten bei einem Unfall das Fahrverhalten als Mithaftung, egal ob man maßgeblich den Unfall verursacht hat.

 

Bsp.: StVG § 7 Absatz 2; Autobahn-Richtgeschwindigkeits-V § 1
Wird ein Verkehrsteilnehmer, der mit seinem Fahrzeug die Autobahn-Richtgeschwindigkeit um 20 km/h überschreitet in einen Unfall mit einem anderen Fahrzeug verwickelt, so führt die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs zu einer 25%igen, anteiligen Haftung, es sei denn, es wird bewiesen, dass der Unfall auch bei Einhaltung der Richtgeschwindigkeit nicht hätte vermieden werden können. (Leitsatz RA GG)
OLG Hamm, Urteil vom 8. 9. 1999 - 13 U 35/99
Urteil des OLG Hamm vom 10.01.2000 6 U 191/99 MDR 2000, 518 DAR 2000, 218 NZV 2000, 373
Urteil des LG Gießen vom 04.06.1997 3 O 115/97 DAR 1998, 197
Urteil des OLG Hamm vom 15.03.2002  9 U 188/01 OLGR Hamm 2002, 267 etc. pp

 

Seit 1978 gibt es in Deutschland die Verordnung über eine allgemeine Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen und ähnlichen Straßen (Autobahn-Richtgeschwindigkeits-Verordnung). „Den Führern von Personenkraftwagen sowie von anderen Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t wird empfohlen, auch bei günstigen Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen nicht schneller als 130 km/h zu fahren (Autobahn-Richtgeschwindigkeit). Das gilt nicht, soweit nach der StVO oder nach deren Zeichen Höchstgeschwindigkeiten (Zeichen 274) oder niedrigere Richtgeschwindigkeiten (Zeichen 380) bestehen.“ ist darin zu lesen. Genau genommen gilt Sie auf entsprechend ausgebauten Straßen überall dort, wo keine Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt wird.


Weblink zum Text

                                     
Ab September 2009 verschwinden dann die Verkehrsschilder zur Richtgeschwindigkeit, da die neue Fassung der STVO  vom 09.04.2009 in Kraft tritt. In §3 steht dort „ Der Fahrzeugführer darf nur so schnell fahren, daß er sein Fahrzeug ständig beherrscht.“ Und.. „Die Geschwindigkeitsbeschränkung außerhalb geschlossener Ortschaften gilt nicht auf Autobahnen (Zeichen 330) sowie auf anderen Straßen mit Fahrbahnen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen getrennt sind. Sie gilt ferner nicht auf Straßen, die mindestens zwei durch Fahrstreifenbegrenzung (Zeichen 295) oder durch Leitlinien (Zeichen 340) markierte Fahrstreifen für jede Richtung haben.“