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Automobiler Ritterschlag für eine Einöde

In der Oberpfalz entwickelt sich ein weltweit einmaliges Kleinod für majestätische Automobile und zeigt die wohl luxuriöseste Marke der Welt mit einer brillanten Sammlung. Rund 340 km nordöstlich vom ehemaligen Firmenimperium in Friedrichshafen entstand eine ausgewählte Pilgerstätte für estätisch anspruchsvolle und überragende Automobile.

Das „Museum für historische  Maybach-Automobile“ in Neumarkt/Oberpf.  sorgt inzwischen nicht nur unter Kennern mit seiner Ausstellung für Aufsehen.

 

 

Dem privaten Engagement von Dr. Helmut Hoffmann ist es zu verdanken, dass sich auf über zweitausend  Quatradmetern Ausstellungsfläche zehn Prozent der noch bekannten Maybach Automobile der Öffentlichkeit präsentieren. Die Eröffnung unterdessen schlug 2009 so hohe Wellen, dass sich ein Stadtrat aus Friedrichshafen wenig erfreut zeigte. Man hätte gerne ein solch bedeutendes Museum in der Stadt gesehen, sendete allerdings eine Grußbotschaft nach Neumarkt „Besser ein Museum für historische Maybach Fahrzeuge in Neumarkt-Oberpf. als wie in Friedrichshafen garn nichts.“

Das Museum befindet sich in einem modernisierten Industriebau. Der dominante Innenraum zeigt mit seinen Oberlichtern um was es geht und gibt zusammen mit durchdachten Lichteffekten sehenswerte Blicke auf die Kraftwagen frei. Umrahmt wird das Ganze von üppig ausgestalteten Schauvitrinen und seltenen Exponaten rund um Maybach. Einen tiefen Einblick in die Werthaltigkeit dieser Luxusmarke bekommen die Besucher gerade dadurch, dass nicht alle Fahrzeuge in einem perfekten Zustand gezeigt werden. Das Museumsportfolio umfasst auch Fahrzeuge in verschiedenen Restaurierungsstufen und macht gerade deswegen eine Reise nach Neumarkt so interessant.

 

 

 

Die wohl bewegteste Geschichte im Museum kann ein Maybach DS8 Zeppelin für sich verbuchen,  welcher erst vor einigen Jahren aus  Russland geschunden zurück kam. Nicht nur zahlreiche Unfälle musste der als Bus genutzte Wagen über sich ergehen lassen. Mangels originaler Ersatzteile wurden auch diverse russische Umbauten vorgenommen, sodass der überdimensionale Wagen dem Besucher eindrucksvoll von seinem harten Leben erzählt. Mit einer vorgesehenen Restauration würde dieses Stück Geschichte jedoch den „Maybach“ herunter gehen.


Im Auftrag seiner Majestät setzte Maybach zu seiner Zeit Maßstäbe im Fahrzeugbau mit einer hohen Individualtät. Durch die Umsetzung jedes nur möglichen Kundenwunsches wurde jeder Maybach zu einem Einzelstück. Ein Transformationscabriolet eines Zepplin DS 8 kostete damals 38500 Reichsmark,  was heute einem Gegenwert von rund 154000 Euro entsprechen würde.(*1) Das der brachiale 7,9 Liter 12 Zylinder-Motor satte 28 Liter Benzin und 0,4 Liter Öl auf 100 km verbrauchte, spielte bei einem solchen Vorzeigewagen keine Rolle.


Abgerundet wird die Ausstellung von wechselnden Leihgaben der Daimler AG und zahlreichen Motorenkonstruktionen. In den maybachschen Fertigungshallen entstand damals auch ein feudaler 33,3 Liter  Hubraum umfassender Flugzeugmotor,  welcher im Luftschiff LZ 127 mit 570 PS seinen Dienst versah. Hier spannt dann die Ausstellung doch einen gelungenen Bogen nach Friedrichshafen ins Zeppelin Museum, wo ein solcher Motor zu sehen ist.


Vor kurzer Zeit entdeckten Privatleute beim Umbau eines Bauerhofes  in Thüringen einen weiteren Maybach, welcher zu Kriegszeiten als Truppenfahrzeug diente. Er schlummerte dort seit dem Kriegsende wohlbehütet vor den sowjetischen Besatzern und dem SED Regime. Diesen Scheunenfund sicherte sich allerdings bereits die Daimler AG in Stuttgart. Für die Freunde der Eisenbahn gibt es noch eine weitere Verbindung zu Maybach. Ein 12 Zylinder Diesel-Maybach-Motor versah auch im Schnellzug Typ 877 mit dem Spitznamen "fliegender Hamburger" seinen Dienst. Er machte damit den Stromlinienwagen zur schnellsten Zugverbindung der Welt.

 

der Stromlinienwagen 877 (später Baureihe VT 04.0), hier ein originalgetreuer Nachbau im Leipziger Hauptbahnhof.

 

Der Maybach Zeppelin musste Einiges über sich ergehen lassen

 

 

 

Schauvitrinen wie diese ergänzen die gelungene Maybachausstellung 

 

Der Eingangsbereich verspricht eine hochwertige Sammlung.

 

Museumskontakt:

"Museum für historische Fahrzeuge GmbH“
Anna und Dr. Helmut Hofmann
Holzgartenstraße 8
92318 Neumarkt

Telefon: (0049) 0 91 81 - 4 87 71 00
Fax: (0049) 0 91 81 - 4 87 70 00

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Webseite des Museums...


 

(*1= Umrechnungsangaben laut DESTATIS).