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Auto im Vergleich zum Pferd, der unmögliche Vergleich ?

 gegen  

Pferdekutschen waren in der vorindustriellen Neuzeit das wohl verbreitetste Transport- und Fortbewegungsmittel. Kutschen selber bestachen durch ihre oft prunkvolle Bauweise, dienten als Statussymbole und als Zeichen für den Reichtum des Besitzers. Aus dem Kutschenbau stammende Bezeichnungen werden noch heute im automobilen Sprachgebrauch verwendet und haben sich etabliert. Mit Beginn des Eisenbahnzeitalters und seit der Erfindung des Automobils wurde das Pferd als Nutztier immer mehr zurück gedrängt. Über Jahrtausende nutzen die Menschen das Pferd als Arbeits-  und Reittiere. Als Transportmittel versah zwar als Beispiel die Pferdeomnibusbahn bis zur Wende des 20. Jahrhunderts ihren Dienst, wurde jedoch im Zuge einer neuzeitlichen Erfindung der  elektrifizierten Straßenbahn ersetzt.

 

 

Abschreibung des Pferdes?

Was liegt also näher, als das Pferd als Fortbewegungsmittel in unseren  Vergleich mit einzubeziehen. Da ein Pferd ein Lebewesen ist, muss die Anschaffung eines solchen „Fortbewegungsmittels“ genau durchdacht und wohlüberlegt sein,  denn Pferde werden im Schnitt zwischen 17 und 30 Jahren alt. Das kann man von den heutigen Motorfahrzeugen nur in den seltensten Fällen behaupten. Und hier beginnt sich das Pferd zum Automobil klar abzugrenzen. Jungpferde sind für die Belastungen als reiterlich genutzte Pferde und für die Verwendung als Arbeitstiere erst ab einem Alter von rund 6 Jahren geeignet. Witziger Weise sind KFZ in dieser Zeit in den häufigsten Fällen gegenüber dem Fiskus bereits abgeschrieben, was nicht bedeutet dass Sie nicht mehr nutzbar sind.

 


Energieverbrauch auch in der Ruhe

Ein Jungtier und auch das ausgewachsene Pferd kann nicht einfach mit einem Schlüssel abgeschaltet werden. Es benötigt täglich Futter, Wasser und Pflege. Allein der Erhaltungsbedarf an Energie liegt bei einem 600kg Pferd bei etwa 100 MJ de pro Tag (27.78 KW/h). Der Futterbedarf des Pferdes hängt weiterhin von der Gangart, der Körpermasse, der Geschwindigkeit  und der Dauer der Belastung ab. Je nach Schwere der Beanspruchung kommen hier noch einmal 50-100 Prozent Energiebedarf hinzu. ( pro Stunde mittlere Arbeit ca. 4.17kW/h, für schwere 9.17kW/h )Um beim Menschen einen solchen Energieaufwand zu decken, müsste er satte 9 Kilogramm Weichkäse zu sich nehmen.  Das Pferd gewinnt seine Energie aus etwa  1,5 kg  Heu, etwa 1kg Kraftfutter und 5-15 Liter Wasser pro 100kg Lebendgewicht.


Pferd mit Wohlfühltemperatur

Pferde sind darüber hinaus temperaturabhängige Tiere und benötigen eine Art Komforttemperatur von -15 bis plus 25 C Celsius. Das „Tanken“ des Fortbewegungsmittels Pferd dauert ca. 40 Minuten pro 1kg Heu, was ein ausgewachsenes Pferd zum Dauerfresser macht. Bei der Verdauung entsteht auch beim Pferd eine nicht unbedeutende Menge an CO2 und Wasserstoff. Sicher wäre der massenhafte Umstieg auf das Pferd nur ein  theoretischer Ansatz. In der Menge würden aber die Pferde das gleiche Problem für die Umwelt darstellen, wie die argentinischen Rinderherden für das Ozonloch.


Reisegeschwindigkeit

Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 km/h benötigt ein Pferd theoretisch, je nach physischer Beschaffenheit, für einen 100km Ritt  siebzehn Stunden. Ein Botenpferd würde die Distanz in 3 Stunden reiten, benötigt aber wegen der höheren Beanspruchung eine größere Menge an Energie. ( Im Trab ca. 15km/h, Galopp ca. 24km/h, mit Kutsche etwa 2 km/h) Die erreichbare Maximalgeschwindigkeit des Pferdes liegt bei  60Km/h im Schnitt und kurzzeitig bis 72.

 

Fazit: Das Pferd als Alternative zum Auto stellt sicher eine der umweltfreundlichsten Reisemöglichkeiten dar. Es wird aber seinen Exotenstatus behalten.

 

 

 

Leistungsaufwand für das Autofahren (Motorantrieb) ca.: 85 kCal pro Stunde
Leistungsaufwand für das Autofahren ( Fahrerarbeit) ca. 150kCal (628kJ)pro Stunde (*1)
Leistungsaufwand für Fahrrad fahren ca. 568kCal (2380kJ) pro Stunde  (*3)
Leistungsaufwand für das Gehen ca. 210 kCal/h pro Stunde (*2)

 

Quelle: 1= Onmeda.de ; 2= Lebensmittellexikon.de ; 3= Fitrechner.de