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Das Auto im Vergleich zum Fahrrad.

 gegen

 

 

Knapp 70 Millionen Drahtesel in Deutschland

Mit knapp 70 Millionen Drahteseln in Deutschland ist das Fahrrad abgeschlagene Nummer eins unter den Mobilitätsträgern. Pro Haushalt existieren im Schnitt 2,3 der Sattelfahrzeuge und in Haushalten mit Kindern erreichte die Ausstattungszahl vierundneunzig Prozent. Dabei ist das Fahrrad ein altersübergreifendes Fortbewegungsmittel und ohne Einkommensbeschränkung.

Laut statistischem Bundesamt im Wiesbaden (DESTATIS) fahren immerhin 7 Prozent der Erwerbstätigen mit dem Drahtesel zur Arbeit und die „Nahpendler“  im 10 Kilometer Umkreis nutzen es zu vierzehn Prozent. Allerdings ist das Fahrradfahren zur Arbeit in der Stadt weiter verbreitet, als in den ländlichen Gegenden.


 

Radfahren unabhängig woher oder wohin


Das als sozial unabhängig geltende und umweltfreundliche Fahrrad hat nach Angaben des allgemeinen deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) weltweit einen doppelt so hohen Bestand wie Automobile. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist das Fahrradfahren beliebter als Fußball. Das Radeln selber bietet einen einzigartigen Mix aus Erholung, sportlicher Betätigung und Sigthseeing auf über 50000km ausgewiesenen Radfernwegen. Da Fahrrad fahren als aktive Teilnahme am Verkehr gewertet wird, gelten hier die allgemeinen Verkehrsregeln und Bussgelder.

 

Fernstrecke pro Auto

Mit dem Fahrrad in die Ferne schweifen bietet längst nicht mehr nur für durchtrainierte Alltagsradler eine abwechslungsreiche Urlaubsidee. Zahlreiches Zubehör für Autos verhelfen dem Pedalgefährt zu ungeahnten Transportweiten. Als Alternative zur Fahrradmitnahme bei der Bahn bietet sich auch die Nutzung sogenannter Fahrradbusse an, bei dem die Fahrräder auf einem Anhänger im Schlepptau mitreisen. Doch für einen Dauerritt auf dem Drahtesel über eine Vergleichsdistanz von 500 Kilometern müsste man einen stattlichen Zeitaufwand von 100 Stunden hinnehmen und wäre damit 95 Stunden langsamer wie das Auto. Selbst die Radprofis der „Tour de France“ würden für unser Rechenbeispiel bei konstanter Leistungsentfaltung immer noch über 11 Stunden benötigen.

 

Energiewunder war gestern / lügen für die Umwelt

Die Herstellung des Fahrrades ist im Vergleich zum Auto eher verschwindend gering zu beziffern. Für ein Elektrofahrrad gibt es noch keine aktuellen Forschungen, doch der Energieaufwand für die Herstellung des Akkus dürfte mit dem eines typischen Elektrogerätes liegen, etwa 180 KW/h. Der Stromverbrauch liegt bei der E-Variante je nach Hersteller bei 0,2-2KW/h. Und…auch ein Fahrrad muss produziert werden, was bei Leichtbaurädern mit rund 5,5kg zu Buche schlägt und damit 10 Prozent der Fahrräder betrifft. Damit ist die völlige CO2 Freiheit der Velos wiederlegt und die schöne Werbebotschaft der Hersteller ausgehebelt.

 

Auch Fahrrad fahren schädigt die Umwelt

Um eines klar zu stellen: wir wollen nicht das Fahrrad als umweltfreundlichste Fortbewegungsart kritisieren. Wo auch immer der Mensch lebt, verbraucht er Energie. Und so kommt es, dass auch das Fahrrad fahren an sich Kosten verursacht. So verbraucht ein 30 jähriger Mann bei zügigen 60 Fahrradminuten immerhin 800 kcal, etwa 1KW/h(1). Man benötigt beispielsweise für die Herstellung eines 1 kg Weizenbrotes rund 21 MJ (5.84 KW/h). Die gehaltenen 55 Millionen argentinischen Rinder müssten wir der Umwelt zuliebe auch abschaffen und beseitigen so einen Klimakiller in der Nahrungsmittelproduktion. Darum bat Sir Paul McCartney 2010 die Weltbevölkerung unter dem Motto "Less Meat = Less Heat" weniger Fleisch und dafür mehr Fisch zu Essen.

 


Der Kraftstoff macht den Unterschied?

Fahrrad fahren als Tätigkeit ist tatsächlich Energieaufwändiger als Auto fahren. Denn die Fahrarbeit fällt beim Pedalritter rund dreimal so hoch aus wie bei der Fahrerarbeit des KFZ Lenkers.
--Leistungsaufwand für das Autofahren ( Fahrerarbeit) ca. 150kCal (628kJ)pro Stunde (*2)
--Leistungsaufwand für Fahrrad fahren ca. 568kCal (2380kJ) pro Stunde  (*1)
--Leistungsaufwand für das Gehen ca. 210 kCal/h pro Stunde (*1)


 

 

 

 

Man müsste am Tag 6000 Stunden Fahrrad fahren um umweltfreundlich zu sein

Eine ungeheure Behauptung stellen wir hier auf und doch ist es wahr. Die Justus-Liebig-Universität Gießen(*3) hat sich in einer Studie mit der ökologischen Bewertung von Ernährungsweisen auseinander gesetzt und kommt zu dem Schluss: Zwar haben Verpackung und Einkaufsfahrten auf die Bilanz nur einen geringen Einfluss, doch die gegenwärtig praktizierten Ernährungsweisen verschmutzen die Umwelt mindestens im gleichen Maße wie die Herstellung von Kraftstoffen. Nach Angaben der Studie benötigen wir für unsere Ernährung einen Energieeinsatz von 12200 MJ(3389 KW/h) für die Bereitstellung von Nahrung von der landwirtschaftlichen Produktion über Düngung, Transport, Verpackung, Kühlung bis hin zur Zubereitung. Damit müsste man am Tag 6000 Stunden Fahrrad fahren um zumindest klimaneutral unterwegs zu sein.

 

Dieselautos sind wirkungsvoller als Fahrrad fahren,  aber..

Die Redaktion „Leistungssport“ veröffentlichte eine Bewertung zum Wirkungsgrad des Menschen beim Fahrradfahren. Zusammen mit den Erkenntnissen anderer Grundlagenforschungen setzt der menschliche Körper demnach gerade 25 % in nutzbare Muskelarbeit um. Je nach Bauart erreicht der Dieselmotor dagegen einen Gesamtwirkungsgrad von immerhin 45 %.
Zum Vergleich: Ein Radfahrer benötigt für 100 Kilometer etwa 6 Stunden 40 Minuten und verbraucht dabei 17852 KJ (1). Bei einem Dieselmotor mit 7 Litern Verbrauch ergibt sich ein Energieaufwand von 268,5 MJ auf 100km. Damit verbraucht der Mensch 93,4 Prozent weniger Energie als der  Dieselmotor.  (Benzinmotor mit 9L: 338,4 MJ =94,7 % weniger)

 

 

FAZIT: Wenn man die Herstellungskosten für Nahrung und Fortbewegungsmittel mit einbezieht und Unterhalt und „Entsorgung“ mit einrechnet,  ist das Fahrrad die umweltfreundlichste Art sich fortzubewegen. Für die tägliche Mobilität ist das Rad nicht nur unschlagbar günstig, es liefert darüber hinaus auch noch gesunde Bewegung. Fernreisen und der tägliche Arbeitsweg über Entfernungen oberhalb von 10km werden mit dem Rad jedoch aufwendig. Hier gewinnt den direkten Vergleich das Auto, aber nicht die Gesamtwertung aller Mobilitätsvarianten.

 

(1) Quelle: Fitrechner.de

(2) Quelle: Onmeda.de

(3) Quelle: Uni Giessen