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Das Auto im Vergleich zur Bahn. Bald mehr...

 gegen  

Die Bahn ist für das Automobil der größte motorisierte Konkurrent. Sie gilt als effektiver und umweltfreundlicher. Die nackten Zahlen scheinen diese These zu bestätigen. Bei genauer Betrachtung rücken diese beiden Mobilitätsträger weiter zusammen, der Abstand schrumpft und am Ende gewinnt der, der dem Menschen seinen individuellen Nutzen bringt.

 

Immenses Schienennetz, aber rückläufig

Die Eisenbahn verfügt derzeit über eine nutzbare Fahrstrecke von etwa 40400km Schienen (1) und hat damit nur 14 Prozent des Streckenpotenzials des Automobils. Auf dem zur Verfügung stehenden Gleisnetz werden pro Tag etwa 39.000 Zugfahrten abgewickelt (incl. Wettbewerber). Alleine die Deutsche Bahn nutzen 1.908 Millionen Reisende pro Jahr. Allerdings legte die Bahn seit 1994 5500km Bahnstrecken still und bedient 400 Bahnhöfe weniger als 1997.  Im Zuge des geplanten Börsenganges entstand der Plan, weitere zahlreiche Bahnhofsgebäude zu verkaufen. (alle Angaben Deutsche Bahn).
(1) =Quelle DESTATIS; DB = 33700 km 2010

 

 

Nur 20 Prozent nutzen die Schiene 


Der Verkehr mit motorisierten Verkehrsmitteln verteilt sich immer noch zu Ungunsten der Bahn. Immerhin 80 Prozent der Bundesbürger nutzten 2007 das Automobil oder das Motorrad mit einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 11000km. Trotz der beträchtlichen Investitionen von rund 6Millarden Euro in das Schienennetz und etwa 20 Milliarden in die Technik pro Jahr kann die Bahn nur Platz zwei erreichen. Mit Hilfe verschiedener Konjunkturprogramme investiert Deutschland als Vergleich ebenfalls weitere 6 Milliarden Euro in das Bundesstraßennetz.

Unterschiedliche Auslastung von Bahn und Auto

 


Der spezifische CO2 Ausstoß bei der Bahn liegt im tatsächlichen Vergleich bis zu drei Viertel unter dem des Flugzeuges und der LKWs. Nur der Gütertransport per Schiff ist mit etwa 35 g CO2 Ausstoß pro Tonnenkilometer noch umweltfreundlicher. Betrachtet man die Auslastung der beiden Verkehrsträger Auto und Schiene, dann liegt die Bahn mit einer durchschnittlichen Insassenquote von 26 Prozent effizienter im Rennen und Verbraucht pro Personenkilometer 2 Liter weniger Kraftstoff. Nach eigenen Angaben reduzierte die Deutsche Bahn ihren pro Kopf Ausstoß oder pro Tonne Fracht an CO2 um 40 Prozent gegenüber 1990.

 

 

LKW Kolone entspricht 58x dem Umfang der Erde

 


Interessante Zahlen liefert das statistische Bundesamt. Es hat am Beispiel des Jahres 2004 ausgerechnet, dass die transportierte Menge an Fracht auf den Straßen eine LKW Kolone von 230 Millionen KFZ bedeuten würde, eine Strecke die 58 mal dem Erdumfang entspricht. Eine solche Mange als zusätzliche Transportleistung könnte das Schienennetz Deutschlands nicht aufnehmen. Weiterhin stellte DESTATIS fest, dass 58 % der Transporte in einem Bereich von 50km auf der Straße abgewickelt werden. Die durchschnittliche Beförderungsstrecke auf der Schiene liegt bei 301km, was rund 100km mehr wie die Transporte auf der Straße ausmacht.

 

Die Bahn ist nicht umweltfreundlich

 


Genau hier hat auch die Bahn ein weitreichendes Problem. Sie kann den Nahverkehr mit der Schiene nicht optimal und flexibel bedienen, weshalb sie eine ausgedehnte LKW und Busflotte unterhalten muss. Immerhin bessert die Deutsche Bahn das Gesamtergebnis ein wenig auf, da sie etwa 7000 eigene und umweltfreundliche Vermietungsfahrräder bereit hält. Schwierig wird der ganzheitliche Vergleich zwischen Auto und Bahn dann, wenn man über den umweltpolitischen Tellerrand schaut. Denn die gesamte Bilanz der Verkehrsmittel müsste auch Überlegungen zu Herstellungsaufwand, Landschaftsveränderungen, Unterhalt und Entsorgung beinhalten. In Ländern wie der Schweiz führt dies zu dem kuriosen Ergebnis, dass das Flugzeug am umweltfreundlichsten ist, da hier durch Brücken und
Tunnelbau Unmengen an Umweltveränderungen stattfinden.